Die Interpersonelle Psychotherapie (IPT) ist ein etabliertes Psychotherapieverfahren, welches zunächst speziell zur Behandlung von akuten Depressionen entwickelt wurde. Es gehört so richtig zu keiner der üblichen Psychotherapieschulen (psychodynamische Therapien incl. Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie) sondern stellt vielmehr ein eigenständiges Therapieverfahren dar, dessen Wirksamkeit in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen wissenschaftlichen Studien mehrfach belegt wurde. Insbesondere in der Depressionsbehandlung ist die IPT laut Studienlage mindestens genauso erfolgreich wie die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT), in einer Metaanalyse erscheint sie im Vergleich zu dieser sogar wirkungsvoller.

In weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen konnte zudem gezeigt werden, dass die IPT auch bei bipolaren Störungen, Angststörungen, manchen Essstörungen und weiteren psychiatrischen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden kann.

Es handelt sich bei der IPT somit um ein unabhängig von etablierten Therapieschulen entstandenes Psychotherapieverfahren, das auf rein wissenschaftlicher Basis entwickelt wurde, und mittlerweile in vielen psychiatrischen Kliniken Deutschlands sowie auch international zur Behandlung verschiedener psychiatrischer Erkrankungen eingesetzt und empfohlen wird – und zwar sowohl als Einzel- als auch als Gruppenpsychotherapie.

Patienten profitieren von der IPT neben ihrer Wirksamkeit vor allem deshalb, weil sie tendenziell als Kurztherapie eingesetzt wird und ihr in einigen Studien eine gute Prävention von Rezidiven (depressiven Rückfällen) nachgewiesen wurde. Weiterhin empfinden viele Patienten die Arbeit mit dem Therapeuten auf Augenhöhe und in ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit als sehr angenehm und schätzten die Rolle des Therapeuten als „Advokat des Patienten“, der transparent mit ihm arbeitet.